Was steht auf Ihrer Visitkarte?
Senior Projektmanagerin | Corporate Affairs | Stabsstelle der Geschäftsführung
In welcher Branche arbeiten Sie?
Ich arbeite in der Energiewirtschaft, ein strikt reguliertes, sich rasant veränderndes Umfeld, in dem globale Krisen unmittelbar spürbar werden.
In welchem Projekt arbeiten Sie zur Zeit?
Aktuell begleite ich zwei Post-Merger-Integrationsprojekte (PMI): Ich begleite die Integration der "ImWind", einer Akquisition mit der die Erneuerbaren-Leistung der Wien Energie bis 2040 deutlich ausgebaut werden soll - und die Integration eines E-Ladestellenbetreibers, mit dem unser öffentliches Ladenetz um etwa 20 Prozent gewachsen ist. Beide Projekte befinden sich in der PMI-Phase: Governance-Strukturen werden neu aufgesetzt, gesellschaftsrechtliche Integration koordiniert, Schnittstellen zum Konzern und operative Eingliederung vorbereitet. Parallel verantworte ich das Gremienmanagement auf Stabstellenebene der Geschäftsführung.
Können Sie uns Ihren Projekt-Alltag bzw. Aufgaben näher erklären?
PMI-Projekte sind keine klassischen Projektmanagement-Aufgaben: Sie beginnen dort, wo ein anderes Projekt endet. Wir haben einen Deal erfolgreich abgeschlossen, die Presseaussendung ist veröffentlicht - aber was passiert am Tag danach? Im Alltag heißt es dann, einerseits dafür zu sorgen, dass es einen möglichst reibungslosen Übergang gibt und andererseits ganz viele Schnittstellen zu bauen, damit zwei verschiedene Kulturen und Organisationen miteinander arbeiten können. Gleichzeitig verantworte ich das Gremienmanagement in der Stabsstelle und unterstütze andere Projektleiter*innen dabei, dass sie bei allen Vorbereitungen in Richtung Geschäftsführung und Aufsichtsrat gut aufgestellt sind.
Was macht Ihnen an diesem Projekt so viel Spaß? Was ist Ihre Motivation dahinter?
Was mich antreibt, ist die Frage, ob meine Arbeit etwas bewegt. Ich bin keine Träumerin, aber durchaus eine Idealistin – und das mit Absicht. Ich will gestalten und etwas hinterlassen, das Bestand hat und zählt. Bei der Wien Energie spüre ich, dass dies keine reinen Lippenbekenntnisse sind, sondern gelebter Alltag. Die Energietransformation ist vermutlich eine der komplexesten unternehmerischen Herausforderungen unserer Zeit. Hier verantwortungsbewusst zu handeln und zu gestalten – das ist genau das Umfeld, in dem ich arbeiten will.
Was ist dabei die größte Herausforderung?
Die größte Herausforderung in allen Projekten ist immer noch der Faktor Mensch. Projektteam, Stakeholder, Linienorganisation, Vertragspartner – jede Gruppe hat andere Bedürfnisse und andere Interessen. Manchmal wird ein Projekt von Dynamiken beeinflusst, die mit dem eigentlichen Inhalt nichts zu tun haben: Machtkämpfe oder unausgesprochene Konflikte. Auch das gehört zur Arbeit. Bei M&A-Projekten (Mergers & Acquisitions) verschärft sich das noch: Wenn zwei Organisationen zusammenwachsen, treffen nicht nur Prozesse aufeinander – sondern Kulturen und Identitäten. Die eigentliche Führungsaufgabe dabei ist, Klarheit durch Kommunikation zu schaffen - um sich dann erst operativen Themen widmen zu können.
Wie lautet Ihr persönliches Arbeitsmotto?
Ich habe kein bestimmtes Arbeitsmotto, aber einen Anspruch an mich selbst: Ich spiele, um zu gewinnen - aber nicht um jeden Preis.
Welche Vorteile bringt eine pma/IPMA® Projektmanagement Zertifizierung?
Ich arbeite seit 20 Jahren in Projekten – und genau deshalb war mir die Zertifizierung wichtig. Nicht als Nachweis für andere, sondern als Investition in mich selbst. Erfahrung ist wertvoll, aber sie hat blinde Flecken. Die Auseinandersetzung mit Methodik, das Verfassen des Projektberichts, das externe Feedback im Zertifizierungsgespräch – das hat mir einen Spiegel vorgehalten, den der Alltag selten bietet. Wer in komplexen, regulierten Umfeldern arbeitet, braucht beides: die Praxis und die Reflexion, damit man sich verbessern kann. Die Zertifizierung verbindet das – und macht es nachweisbar.
Wo finden Sie Ausgleich zu Ihrem Job?
Ein lieber Freund hat mir ein Schild geschenkt: "Andere brauchen einen Therapeuten, ich habe meinen Garten." Ich finde mich sehr darin wieder, denn egal ob Gartenarbeit, Radfahren entlang eines Baches oder Wandern in den Bergen: Die Natur ist der Ort, an dem ich Ruhe und Entspannung finde.
Zur Person
Meine Ausbildung
- Matura in am Gymnasium in Hollabrunn
- Studium der Wirtschaftspädagogik an der Wirtschaftsuniversität Wien
- SAP Anwenderzertifikat
- Aufsichtsrats-Lehrgang (ARS Akademie)
PM-Zertifizierung
- pma/IPMA® Level C – Certified Project Manager
Berufsstationen
- Wien Energie GmbH (Senior Project Manager)
- Deloitte Financial Advisory (Manager)
- Alpinia Laudanum GmbH (Head of Finance)
- Viridis Real Estate Services GmbH (COO/Gründung)
- Unternehmensberatung (selbständig)
- NewScope Services AG (Internal Audit)
- ÖIR (Projektmanagerin im Bereich EU-Förderungen)
Meine Social Media Accounts
Foto: © Michael Horak (Wien Energie)