Methoden und Tools mit echtem Mehrwert

Unter diesem Motto startete der Abend und schnell wurde deutlich, dass Methoden bei itonic und 42virtual nicht nur als theoretische Modelle verstanden werden, sondern als gelebte Praxis.

Die drei Workshopmodule, Futures Thinking, Agile meets PM und Stakeholder Relationship Management, führten die Teilnehmer*innen dabei Schritt für Schritt durch einen exemplarischen Projektverlauf. Im Mittelpunkt stand ein fiktives Szenario für die Stadt Wien: eine nachhaltigkeitsorientierte App namens Greenlife Vienna, die einen digitalen Erlebnisraum für Wienerinnen und Besucher*innen schaffen soll.

Zukunft planen heißt Optionen denken

In Kleingruppen entwickelten die Teilnehmer*innen zwei Szenarien zum Projekt: eine Utopie mit bestmöglichem Ergebnis und eine Dystopie als Worst-Case-Szenario. Diese machten die Chancen und Risiken der möglichen Projektentwicklung unmittelbar greifbar.

Im Anschluss arbeiteten die Teilnehmer*innen rückwärts von den möglichen Zukünften in die Gegenwart: Wie müsste das Projekt ablaufen, um zu diesen Ergebnissen zu gelangen?

Agil trifft klassisch - kein Widerspruch, sondern ein Zusammenspiel

Im zweiten Block stand die Frage im Mittelpunkt, wie agile und klassische Projektmanagementansätze sinnvoll miteinander kombiniert werden können. Auf Basis der Vorgaben von Greenlife Vienna, fixen Launch-Deadlines, Zertifizierungsfristen und einer geplanten Beta-Phase, entwickelten die Gruppen konkrete Zeitpläne.

Schnell zeigte sich: Externe Termine und Abhängigkeiten erfordern klare Struktur, während die Entwicklung von Detailfunktionen ideal in flexiblen Sprints umgesetzt werden kann. Oder, wie Sabine Mantsch zu Beginn betonte: Bei der Wahl zwischen klassischem und agilem Arbeiten gilt: „Sowohl als auch und nicht entweder oder.“

Stakeholder-Management neu gedacht: Beziehungsarbeit statt Listenpflege

Der dritte Teil widmete sich dem Stakeholder Relationship Management und verschiedenen Ansätzen, um Stakeholder-Beziehungen systematisch zu analysieren und zu verstehen. Dazu gehörten unterschiedliche Perspektiven und Analysen, wie zum Beispiel Influence/Interest („Low–High“) Bewertungen, die Nähe und Distanz der Stakeholder zum Projekt sowie die Betrachtung von Concern,  Influence, Control.

Mit dem Gains-Pains Canvas lernten die Teilnehmer*innen schließlich ein praxisnahes Tool kennen, das hilft, Bedürfnisse, Erwartungen und mögliche Spannungsfelder aus Sicht der Stakeholder im Projekt frühzeitig sichtbar zu machen. Der praktische Teil verdeutlichte, wie viel Klarheit entsteht, wenn Beziehungspflege systematisch gedacht wird – und wie entscheidend sie für den Projekterfolg ist.

Impulse für die Projektarbeit von morgen

Ob Futures Thinking, hybride Planung oder Stakeholder Engagement, viele Erkenntnisse ließen sich unmittelbar auf bestehende Projekte übertragen. Auch die Beiträge der Teilnehmer*innen zu laufenden eigenen Projekten zeigten, wie stark der Praxisbezug der Methoden ist. Ein inspirierender Abend, der deutlich gemacht hat, wie lebendig modernes Projektmanagement sein kann: zukunftsorientiert, hybrid und menschenzentriert.

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