Nach dem Grundsatz: "Für gelungene Kommunikation entscheidend sind weniger eingelernte Techniken, als Authentizität und Stimmigkeit" diskutierte die pma young crew Vielschichtigkeit und typische Fallstricke. Zahlreiche Impulse lieferte hierfür ein Modell der Kommunikationspsychologie von Schulz von Thun, das an diesem Abend vorgestellt wurde. 

Das "Kommunikationsquadrat" - eine runde Sache

Gründe, warum Projekte scheitern, gibt es viele. Einer davon ist mangelhafte, intransparente Kommunikation. Natascha Batic - bei Projekt Management Austria für die Bereiche Kommunikation & Special Projects verantwortlich, stellte dazu in den pma Räumlichkeiten das "Kommunikationsquadrat", als bekanntestes Modell des deutschen Psychologen und Kommunikationswissenschaftlers Schulz von Thun, vor. Nach diesem Modell sind sprachliche Äußerungen vielschichtig und enthalten unterschiedlichste Botschaften auf vier Ebenen (Sach-, Beziehung-, Selbstkundgabe- und Appellebene). 

Um Missverständnissen vorzubeugen, empfiehlt es sich daher im Zweifelsfall nachzufragen und zu reflektieren - beispielsweise, ob mit der Nachricht ein Appell verbunden ist und ob dieser klar verstanden wurde. Fühlt man sich als Empfänger einer Nachricht wertgeschätzt (Beziehungsebene), ist die Chance ungleich größer, dass Störungen in der Kommunikation ohne tiefergreifende Konflikte geklärt werden können. 

Warum Projektmanager*innen vier Ohren brauchen

Besonders lebhaft diskutiert wurde die Frage, welchen Anteil der Empfänger daran hat, ob eine Nachricht missinterpretiert wird oder nicht. Nicht ausschließlich, so die allgemeine Meinung, sei der Sender in der Verantwortung. Denn auch als Empfänger kann man mit seinen Gefühlen, Erfahrungen und Prägungen das Gesagte falsch interpretieren und eine Botschaft hören, die so nie gemeint war. Deshalb sei auch immer der Empfänger in der Pflicht. Für Nachdenken sorgte auch die Frage, wieviel man in Kommunikationssituationen unweigerlich über sich selbst verrät und wie dieses Verhalten wiederum die gegenseitige Verständigung beeinflusst.

Das besprochene Kommunikationsmodell nach Schulz von Thun, so die Conclusio, ermögliche es, einen gezielten Blick auf unterschiedliche Ebenen der zwischenmenschlichen Verständigung zu werfen und diese besser zu verstehen. Deutlich wurde an dem Abend einmal mehr, wieviele - oftmals unterschwellige Botschaften - in scheinbar "einfachen" Nachrichten stecken können oder - vermeintlich - gehört werden.

Die Schwierigkeit, so das Fazit der jungen Projektmanager*innen liege darin, die Aufmerksamkeit auf die "richtigen" Botschaften zu legen und am besten mit allen vier Ohren (Sachohr, Beziehungsohr, Selbstkundgabeohr, Appellohr) unvoreingenommen, zuzuhören.

Über die pma young crew

In geselliger Runde Fach- und Projektmanagement Wissen vertiefen und Kontakte knüpfen - so könnte man das Motto der pma young crew kurz zusammenfassen. Sie ist Plattform und Community für junge Projektmanager*innen bis 35 Jahren. Ob Support für den Karrierestart, Organisation von Workshops und Veranstaltungen, die pm yc ermöglicht es, erfahrene Branchenkolleg*innen und neue Methoden kennenzulernen. Dass dabei auch der Spaßfaktor nie zu kurz kommt, hat auch dieses get2gether im Zeichen der Kommunikation gezeigt.