Mit großer Begeisterung und hoher Interaktivität führte Erhard Semlitsch durch seinen Vortrag mit dem Titel: "Sozialkompetenz ist kein Soft Skill, sondern ein entscheidender Performance-Faktor im Projektmanagement."

Im Mittelpunkt standen aktuelle Erkenntnisse darüber, welchen Einfluss soziale Kompetenzen auf die Leistungsfähigkeit von Teams haben. Besonders eindrucksvoll wurde der sogenannte Teamplayer-Effekt erläutert. Anhand von Experimenten mit zufällig zusammengestellten Teams, die unterschiedliche kognitive Aufgaben lösen mussten, zeigte sich:

  • Ein Teamplayer steigert die Leistung seines Teams um 0,13 Standardabweichungen – das entspricht rund 65 % der Wirkung individueller Hard Skills.
  • Teamplayer zeichnen sich nicht durch höheren IQ, besondere Ausbildung oder bestimmte Persönlichkeitsmerkmale aus, sondern vor allem durch höhere soziale Kompetenz.
  • Sozial kompetente Personen verbessern die Koordination im Team und motivieren andere Teammitglieder, sich stärker einzubringen.

 

Gemeinsam stärker

Ein weiterer Schwerpunkt des Abends war das Konzept der "kollektiven Intelligenz". Dabei wurde deutlich gemacht, dass die Leistungsfähigkeit eines Teams weit mehr ist als die bloße Summe individueller Fähigkeiten. Der sogenannte C-Factor, gewissermaßen der "Team-IQ", beschreibt die Fähigkeit eines Teams, über unterschiedliche Aufgaben hinweg konstant gute Ergebnisse zu erzielen. Besonders spannend war die Erkenntnis, dass Teams mit den "klügsten Köpfen" nicht automatisch die erfolgreichsten Teams sind.

Ebenso intensiv diskutiert wurde das Konzept des Shared Leadership und dessen Einfluss auf die Team Effectiveness. Gemeinsam wurde analysiert, wie geteilte Verantwortung, gegenseitige Unterstützung und situative Führung die Zusammenarbeit und Performance in Projekten nachhaltig verbessern können.

 

Wie wirkt Sozialkompetenz?

Besonders praxisnah wurde aufgezeigt, über welche konkreten Mechanismen Sozialkompetenz wirkt: Bessere Kommunikation reduziert Missverständnisse und damit Rework. Vertrauen im Team senkt den Kontrollaufwand und ermöglicht schnellere Entscheidungen. Offenheit und gegenseitige Unterstützung fördern Motivation, Engagement und Innovationskraft. Diese und viele weitere Zusammenhänge präsentierte Erhard Semlitsch anhand anschaulicher Beispiele und in lebendiger Diskussion mit den Teilnehmer*innen.

Weitere Details zu dem Inhalten des Vortrags, finden Sie in den Folien im Download. 

Die pma lounge in Graz bot damit nicht nur wertvolle fachliche Impulse, sondern auch reichlich Gelegenheit zum persönlichen Austausch. Der bereichernde Abend fand bei gutem Essen und angenehmen Tischgesprächen im Café Kaiserfeld einen gelungenen Ausklang.

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