Scrum, Kanban, Release Trains und Co

Aus dem IT-Projektmanagement entstammen Methoden, die besonders dafür geeignet sind mit Veränderungen am Projektziel- und Scope umzugehen, quasi agil das beste Ergebnis aus den festgelegten Zeit- und Personal-Ressourcen herauszuholen sowie Lerneffekte während der Projektlaufzeit optimal zu nutzen.

Das Lernen während der Laufzeit, das agile Umsetzungsmodelle durch iteratives Vorgehen und häufige Prototypen bieten, wird inzwischen in einigen Organisationen auch im Tagesgeschäft gerne genutzt. Scrum, Kanban, Daily Standups, Release Trains, und andere agilen Methodenbestandteile finden sich also nicht mehr nur in Projekten, sondern als Teil moderner Arbeitsformen.

Ist alles ein Projekt?

Die Herausforderungen von Wissensarbeiter*innen in der VUCA Arbeitswelt sind oftmals neuartig, komplex, interdisziplinär und bedeutungsvoll für den Unternehmenserfolg - vielfach damit auch projektwürdig. Projektorientierte Organisationen sind also langsam die Realität, auch wenn sie oft ohne die Supportfunktionen (starkes PMO, PM Expert*innenpools, …) auskommen müssen, die in den Lehrbüchern der 80er und 90er Jahre angedacht wurden. Der Zugang zu guter PM Software, die Unterstützung liefert, wird immer leichter. Nur nutzt die beste Software nichts, wenn es am grundsätzlichen Verständnis zu Planung fehlt.

Projektmanagement rückt von einer Spezialisierung im Management immer mehr in die Rolle einer Basisfähigkeit in der projektorientierten Gesellschaft. Ein Aspekt, dem unser Ausbildungssystem auch abseits der Hochschulen Rechnung tragen sollte.

Projektmanagement – quo vadis?

Projektmanager*innen sind damit nicht abgelöst worden – vielmehr besteht eine große Abdeckung zwischen den von IPMA identifizierten PM-Kompetenzen und den Kompetenzen, die für Erfolg in einem agilen Arbeitsumfeld notwendig sind. Diese Abdeckung ist für mich kaum verwunderlich – sind doch Projektmanager*innen das prototypische Skill-Profil für den strukturierten Umgang mit Unsicherheit und Veränderung. Die Strategien zum Überleben in der VUCA Welt (Vision, Understanding, Clarity und Agility) werden durch PM-Kompetenzen ideal unterstützt. PM-Rollen und PM-Kompetenzen werden also in Zukunft weiterhin an Gewicht gewinnen und sich durch verbreitete Verwendung weiter ausdifferenzieren.

Unabhängig von der Rollenbezeichnung zählt zu den zentralen Herausforderungen, weiterhin das ideale Projektdesign für Projektumwelt und -aufgabe zu finden und damit komplexe Aufgabenstellungen trotz hoher Unsicherheit umzusetzen.

Auf Unternehmensebene gilt es, Projektmanagement partnerschaftlich einzubinden. Je größer der Anteil der Projektarbeit an der Wertschöpfung und der Unternehmensstrategie ist, desto höher auch die Schäden, die durch Strukturen entstehen, die den Projekterfolg behindern. Träge Entscheidungsfindung und fehlendes Commitment im Management waren früher ein Ärgernis. In einer agilen, projektorientierten Gesellschaft sind sie eine Gefahr für den Unternehmenserfolg.

 

 

Ing. Alexander Vollnhofer, MSc, zPM

Ing. Alexander Vollnhofer, MSc, zPM leitet die pma Geschäftsstelle. Er hat seine Studienschwerpunkte Projektmanagement, IT und Sozialwissenschaft in Projekten für die öffentliche Verwaltung zum Einsatz gebracht. Besonderes Interesse hat der begeisterte Schifahrer an komplexen Entscheidungsprozessen und am Mentoring junger Projektmanager*innen entwickelt. Alexander Vollnhofer ist seit 2013 pma Mitglied und leitete 2017 die pma young crew, die pma Plattform für Einsteiger*innen im Projektmanagement. Seit 2018 ist er im pma Vorstand und als Geschäftsstellenleiter für pma tätig. Seine Zuständigkeit im Vorstand umfasst die Betreuung von pma young crew Aktivitäten und den Bereich Innovation.


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